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Verkehrsberuhigung des Lüttkamp in Lurup

Ausgangslage

Die Verkehrsberuhigung im Lüttkamp in Lurup ist ein sehr vielen Jahren schwebendes Thema. Die Wohnsammelstraße wurde stets als Abkürzung zwischen dem Farnhornweg und der Luruper Hauptstraße verwendet.

Seit dem Ausbau des Ring 3 (Elbgaustraße) zwischen Farnhornweg und Luruper Hauptstraße ist die Diskussion intensiviert worden, weil grundsätzlich der Durchgangsverkehr (v.a. aus und nach Schenefeld) nun anderweitig fahren kann. Dies ist jedoch zum Leidwesen aller Betroffenen nicht geschehen.

Lösungsansätze bisher

Vor diesem Hintergrund hat die Bezirkspolitik stets eine Verkehrsberuhigung des Lüttkamps (v.a. südlicher Teil) gefordert, in Rede stand die Tempobegrenzung auf 30 km/h oder eine 30-km/h-Zone.

Hier standen jedoch v.a. Verkehrsbetriebe und Stadtentwicklungsbehörde sehr kritisch gegen diesen Wunsch von Bezirkspolitik und Anliegern. Der Grund liegt in dem durch den Lüttkamp fahrenden Bus, der den Eckhoffplatz und die Schule an der Luruper Haupstraße anbindet. Eine andere Linienführung ist nicht ohne Weiteres möglich. Eine Verlangsamung dieser Strecke würde Probleme mit dem Fahrplan bringen.

Aufgrund dessen hat die Politik im Jahr 2009 auf Anregung der Polizei erneut eine Abtrennung des Lüttkamps in Erwägung gezogen. Dazu fand im Juli/August 2009 eine Anwohnerbefragung im Lüttkamp, Farnhornweg sowie der angrenzenden Straßen statt. 111 Anwohner meldeten sich zurück, davon waren 62 positiv, 49 negativ. 51 Personen haben andere Vorschläge gemacht.

Aufgrund dieser Befragung wurde die Sperrfläche weiter noch Norden verlegt und der gesamte Lüttkamp wurde vom Farnhornweg abgetrennt. Der Vorschlag wurde von einem Ingenieurbüro geprüft und im März 2010 wurde ein mehrmonatiger Feldversuch gestartet.

Dieser hat vielfältige Reaktionen verursacht: Von großer Freude bis hin zu grundsätzlicher Ablehnung. Am 27.09.2010 fand daher eine öffentliche Anhörung zu dem Sachverhalt vor Ort im Goethe-Gymnasium statt.

Das Problem mit der Sperrung

Es wurden von unterschiedlichen Seiten Argumente gegen eine Sperrung ins Feld getragen. Dazu zählen insbesondere folgende Punkte:

  • Es entstehen Umwege für die Anwohner aus dem Quartier nordwestlich des Lüttkamps.
  • Die Belastung der Langbargheide hat leicht zugenommen.
  • Für einige der Gewerbetreibenden im Lüttkamp gibt es wirtschaftliche Bedrängnisse.
  • Von Seiten der Stadtentwicklungsbehörde wurde bemängelt, dass der Knoten Elbgaustraße / Luruper Haupstraße nunmehr stark belastet sei.
  • Das Verkehrskonzept für das neue "LurupCenter" am Eckhoffplatz könne nicht ohne weiteres mit einer Sperrung abgewickelt werden.

Insbesondere die kritische bis ablehnende Haltung der Stadtentwicklungsbehörde und der gutachterlich fundierten Einwände des Vorhabenträgers am Eckhoffplatz führen dabei zu Problemen.

Perspektiven

Aufgrund des öffentlichen Drucks von zwei Bürgerinitiativen für und gegen die Sperrung und einer insgesamt komplexen Gemengelage mit Wohnungsbau-Vorhaben auf dem Gelände von HERMES SCHLEIFMITTEL und dem "LurupCenter" fand Anfang 2011 ein Fachgespräch der wichtigsten Akteure auf Verwaltungsebene von Bezirk, LSBG und Fachbehörde bei der Stadtentwicklungsbehörde statt. 

Dabei hat sich die Stadtentwicklungsbehörde nach jahrelanger Verweigerungshaltung dazu bereit erklärt, eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 inkl. verkehrsberuhigender baulicher Maßnahmen und einer Veränderung der Lichtsignalanlagen (so genannte "Pförtnerampeln, die zu bestimmten Uhrzeiten nur sehr kurze Grünphasen einstellt) mit zu tragen.

Dies ist bisher allerdings nur ein Arbeitsergebnis. Es gibt noch keine verbindlichen Drucksachen oder Beschlüsse zu diesem Lösungsansatz.

Er bietet jedoch erstmals eine weitgehend akzeptable Alternative zu einer vollständigen Sperrung.

Bewertung

Es ist erklärtes Ziel der Politik, den Lüttkamp nachhaltig zu beruhigen. Dabei steht im Vordergrund, die 4.000 bis 6.000 Fahrzeuge am Tag, die als reiner Durchgangsverkehr zu erklären sind, nachhaltig aus der Straße herauszuhalten. Dies funktioniert jedoch nur, wenn a) die Alternative attraktiver ist und b) die Durchfahrt durch den Lüttkamp so unattraktiv wie möglich ist.

Von daher war bis zu dem o.g. alternativen Lösungsansatz und der erstmalig verzeichneten Bewegungskraft der Fachbehörde die vollständige Sperrung einzig verlässliche Möglichkeit, die Pendler v.a. aus Schenefeld aus der Straße herauszuhalten.

Sollte nunmehr eine wirklich tragfähige Alternative entwickelt werden, die sowohl den Anwohnern aus dem Lüttkamp als auch den Anwohnern des gesamten Quartiers zu Gute kommt, dann sollte diese angestrebt werden.

Wichtig dabei bleibt: Es darf nicht wieder zu den Zuständen vor der provisorischen Sperrung kommen.

Und: Die provisorische Sperrung muss so lange bestehen bleiben, bis eine wirklich tragfähige Lösung beschlossen und umgesetzt wurde.

Diese Lösung kann dann am Ende nur sein: Tempo 30, bauliche Verkehrsberuhigung und Pförtnerampeln in beide Richtungen.

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