Umsetzung der Velorouten - Hamburger Westen wird vergessen!
Der Senat beginnt endlich, das Radwegenetz auszubauen. Aber nur in der City: Der Hamburger Westen geht mal wieder leer aus.
Laut einer aktuellen Umfrage sagen 95 Prozent der Hamburger, dass es im Stadtgebiet nicht genügend Radwege gibt. Dabei beträgt der Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr nur etwa 9 Prozent. Selbst die große Masse der Autofahrer und HVV-Nutzer stellt also dem Hamburger Senat ein schlechtes Zeugnis in Sachen Radwege aus.
Der schwarz-grüne Senat hatte sich Großes vorgenommen: Bis zum Jahr 2015 will er den Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehr auf 18 Prozent verdoppeln. Kürzlich hat die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt begonnen, drei Fahrradstrecken auszubauen - in der Stadtmitte.
„Wo bleibt der Hamburger Westen“; fragt Uwe Grund, der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete für den Wahlkreis 4. „Der Senat hat offenkundig nur Interesse an wenigen Prestigeprojekten in der City, anstatt ein flächendeckendes Alltagsradwegenetz für alle Hamburger zu planen.“
„Der Bezirk Altona kommt zu kurz!“; meint auch Henrik Strate, der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Altona: „Das ist insbesondere deswegen ärgerlich, weil der Bezirk bereits in den konkreten Planungen relativ weit ist. Diese Planungen werden durch die Stadtentwicklungsbehörde nun konterkariert.“
Beide Politiker fordern den schwarz-grünen Senat auf, jetzt Geld für die Velorouten 1 und 14 bereitzustellen, die durch den Hamburger Westen laufen. Nach hochtrabenden Plänen des Senats sollen im gesamten Stadtgebiet 14 Velorouten ausgebaut werden, wovon 13 sternförmig von der City aus in die Ränder verlaufen.
Hintergrund:
Die äußere Ringroute 14 legt sich kreisförmig um die äußere Stadt. Sie quert Lurup vom Elbe-Einkaufszentrum bis zum S-Bahnhof Elbgaustraße.
Die zweite Route im Hamburger Westen ist die Veloroute 1, sie lenkt die Radler von der City über Altona weiter in die Elbvororte Nienstedten, Blankenese, Iserbrook und Sülldorf und endet am S-Bahnhof Rissen.