Bebauungsplan Rissen 45 hängt in der Warteschleife
Es sollte DAS Wohnungsbauprojekt im Bezirk Altona werden. Seit bald zehn Jahren dauert die Diskussion um die Neubebauung des ehemaligen Katastrophenschutzgeländes zwischen Marschweg und Suurheid in Rissen. Das nördlich des Krankenhaus gelegene Areal beherbergte bis vor wenigen Jahren die technische Abteilung der Feuerwehr Hamburg und dient als Zentrallager für weitere Katastrophenschutzorganisationen. Das THW Altona hat seinen Fuhrpark noch immer dort untergestellt, denn ein neuer Standort ist zwar in Aussicht, aber noch nicht beschlossen.
Im Jahre 2003 fand die öffentliche Plandiskussion im Stadtteil statt. Im August/September 2007 wurde der Plan öffentlich ausgelegt und die Bürger konnten schriftlich Stellung beziehen. Bis zum Frühjahr 2008 war die Verwaltung nicht in der Lage oder willens, dem Planungsausschuss das Ergebnis mitzuteilen. Eine Große Anfrage der SPD-Fraktion brachte Klarheit: 141 Bürgerinnen und Bürger haben eine Stellungnahme gegeben, 60 davon äußerten sich kritisch gegenüber einer von CDU/GAL und Verwaltung geplanten Kehre im Achtern Sand, der den gesamten RSV-Verkehr über das schmalste Teilstück des Marschweges lenkt. Die SPD hatte dies bereits im vergangenen Jahr kritisiert – und Recht behalten.
Die besagte Große Anfrage wurde vor der Sommerpause in der Bezirksversammlung zur Debatte gebracht. Darin hat die CDU-Fraktion angekündigt, das Verfahren zu stoppen, so lange es keine Zusage für die Brücke zwischen dem Neubaugebiet und der Bundesstraße B431 (gegenüber Kieskuhle) gibt. Die war von allen Fraktion als Bedingung für das Wohnungsbauvorhaben gestellt worden, damit der Verkehr der geplanten 230 Wohneinheiten (vornehmlich Reihenhäuser) nicht über das bestehende Wohngebiete in Rissens Osten abgewickelt wird. Dies würde zwar gegenüber 1997 zu keiner signifikanten Mehrbelastung führen – so ein Verkehrsgutachten – soll aber trotzdem vermieden werden.
So steht das Verfahren derzeit, weil Bundesverkehrsministerium, Bahn, Bezirk und Grundeigentümer (Bund) offenkundig nicht miteinander sprechen. Ob und wann das neue Wohngebiet nun kommt, steht also in den Sternen. Der Bezirk hat den einzigen Trumpf gespielt, den es formal hier hat: Die Rolle als Plangeber. Nun heißt es abwarten.