Was passiert auf dem Osterfeld in Sülldorf?
Es ist eine der letzten großen Freiflächen im bebauten Teil Sülldorfs nördlich der S-Bahn: Das Osterfeld. Die zwischen Fuhlendorfweg-Siedlung der SAGA und neu bebauter Santini-Fläche gelegene Wiese ist derzeit von der Stadt privat verpachtet und mit Pferden und Schafen bewirtschaftet. Diese sind ein Highlight für die vielen Kinder, die tagtäglich am extra errichteten Zaun stehen, um die Tiere buchstäblich „hautnah“ zu erspüren. Ein Stück Sülldorfer Flair mit langer Geschichte.
Doch diese Fläche soll nun bebaut werden. „Nun“ ist jedoch falsch ausgedrückt, denn seit rund zwanzig Jahren rankt die Diskussion um das Osterfeld. Viele Sülldorfer haben sich schon damit abgefunden, dass das Feld bebaut werden soll. Trotzdem: So richtig glücklich ist keiner damit. Ändern lässt sich daran aber wohl wenig, denn der CDU-geführte Senat verkauft alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Fast vergessen ist das Versprechen von Ole von Beust vor der Wahl, jetzt sei Schluss mit dem Verkauf städtischen Eigentums. Doch nun ist ein ausgeglichener Haushalt weit entfernt. Die Projekte des grünen Koalitionspartners und die überteuerte Elbphilharmonie müssen umgesetzt werden. Also wird der Senat wohl auch wieder aus Grundverkäufen erneut Kapital „mobilisieren“ müssen. Da wird das Osterfeld sicherlich dran glauben müssen.
Wie sollte es nun weitergehen? Dies diskutierte die SPD Rissen-Sülldorf im Forum Kommunales mit dem Bürgerverein und der Erhaltet-Sülldorf-Initiative öffentlich und intern am 10. September im Distriktvorstand. Für die SPD steht im Falle eines Verkaufs die Eckpunkte für eine künftige Bebauung fest:
- Eine Form der Bebauung soll angepasst sein an die östlich gelegene, großzügige Reihenhausbebauung am Fuhlendorfweg. Also keine maximale Verdichtung!
- Es sollen möglichst wenig Flächen versiegelt werden, also möglichst wenige Verkehrswege, um eine ordentliche Versickerung zu gewährleisten.
- Ein Teil des Osterfelds soll für Entwässerung und als Fläche für das Halten von Tieren freigehalten werden.
- Die Wohneinheiten (Reihenhäuser) sollen zum größten Teil mit Fördermitteln des sozialen Wohnungsbaus errichtet werden, um langfristig niedrigere Mieten zu sichern. Der restliche Teil soll in Form von mietgleichem Eigentum veräußert werden, damit für die Käufer lediglich monatliche Kosten in Höhe von ca. 600 bis maximal 800 Euro anfallen. Zudem sollen bei der Vergabe bzw. Verkauf Familien mit Kindern privilegiert werden. Ebenfalls soll ein Teil der Reihenhäuser gezielt barrierefrei ausgebaut werden, um ein generationenübergreifendes Wohnen zu ermöglichen.
- Vor Verkauf der Fläche und Beschluss über die Bebauung muss das Stellplatz-Problem befriedigend gelöst sein. Der Op´n Hainholt verträgt keine weitere Belastung mehr, ist am Rande seiner Kapazität oder sogar schon darüber. Eine Tiefgarage sollte geprüft werden.
- Auf dem Gelände soll eine Kita realisiert werden, um neue und bestehende Bedarfe zu decken. Bei der Planung der sogenannten Santini-Fläche war dies damals bereits gefordert, vom Investor jedoch nicht umgesetzt worden. Das soll hier anders sein.
Das bisher vom Bezirksamt vorlegte Konzept für eine Bebauung, erstellt durch ein externes Planungsbüro, sieht zwischen ca. 60 und 70 Wohneinheiten (Reihenhausscheiben) vor. Hierbei wird die SPD sich für die Variante mit weniger Baukörpern entscheiden, um möglichst viel Freiflächen zu erhalten. Zu klären bleibt, in wie weit die ca. 30 bis 40 Meter breite Schneise weiterhin als Weide genutzt werden kann. Außerdem ist die Festwiese bisher noch nicht planrechtlich geschützt. Auch dies muss noch einmal aufgegriffen werden.