03.06.2011
| Es gibt Tage, an denen fasst die Bezirksversammlung nur vermeintlich verbindliche Beschlüsse. Einer dieser Tage war der 28. Oktober 2010. An diesem Tag brachten CDU und GAL den Antrag mit dem wohlklingenden Namen "Straße dauerhaft zu und im Lüttkamp ist endgültig Ruh" ein (Drs. 18/2486).
Dieser Antrag war Höhepunkt einer unmittelbar monatelangen und mittelbar jahrelangen Diskussion um eine Verkehrsberuhigung im Lüttkamp. Doch dieser Antrag, so gut er gemeint war, erreichte das interfraktionell gewünschte Ziel einer Verkehrsberuhigung eben auch nur mittelbar. Denn die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt sowie die Behörde für Inneres, beide zu dieser Zeit CDU-geführt, trugen den Beschluss nicht mit. Im Gegenteil: Es drohte alsbald ein Ablauf der provisorischen Sperrung und damit eine erneute Blechlawine ohne jegliche Form der Beruhigung für die kleine Wohnsammelstraße im Nordwesten Lurups.
Davor hatte die SPD-Fraktion bereits im Oktober gewarnt, eine Vertagung zur Klärung angeregt. Doch sie wurde nur nur ausgelacht, wolle nicht entscheiden. Im Nachhinein stellte sich raus: Die Bedenken waren begründet.
Also noch immer keine Ruh! Dank zweier Bürgerbegehren (für und gegen die Sperrung) und intensiver Ideensuche und Verhandlungsbestreben des zuständigen Altonaer Fachamtes mit allen Akteuren in einer Arbeitsgruppe konnte bald eine Kompromisslösung gefunden werden: Tempo-30-Zone mit (!) Bus, massive bauliche Verkehrsberuhigung, Umprogrammierung der Ampelanlagen am Ring 3 und an der Luruper Hauptstraße.
Diese Lösung konnte bei einem Gespräch mit Fraktionen, Bezirksamtsleitung, Fachleuten und den Vertrauensleuten auch als gemeinsamer Kompromissvorschlag bestätigt werden.
Wie geht es nun weiter? Die Bezirksversammlung hat im April diese Lösung als Beschluss über Fraktionsgrenzen hinweg auf den Weg der Umsetzung gebracht. Der Landesbetrieb LSBG befasst sich nun mit der Umprogrammierung der Knotenpunkte, das Bezirksamt erstellt die Planungen, schreibt die Baumaßnahme aus. Und das ganze mit Tempo.
Der Zeitplan ist ambitioniert: Der Einmündungsbereich Farnhornweg/Lüttkamp soll als erstes umgebaut werden, die Ein- und Zufahrt zum nördlichen Lüttkamp im Sommer ermöglicht werden. Danach wird im südlichen Lüttkamp - bis zur Luruper Hauptstraße - Stück für Stück die Straße als Tempo-30-Straße umgebaut. Bis endlich alles fertig ist, wird die Straße an unterschiedlichen Punkten gesperrt bleiben müssen. Damit ist sichergestellt, dass die Pendler gar nicht erst wieder auf den Geschmack kommen, den Lüttkamp als Schleichweg zu missbrauchen.
Wenn alles glatt geht, ist Ende des Jahres alles fertig und dann ist ein jahrelanges Bemühen um die Verkehrsberuhigung im Lüttkamp endlich erfolgreich zum Ende geführt.
Gleichwohl gilt es aufmerksam zu
bleiben: Mit der endlich erreichten
Revitalisierung des Luruper Stadtteilzentrums am Eckhoffplatz
entwickeln sich neue Verkehre, die nicht über den Lüttkamp
laufen sollen. Da gilt es durch intelligente Ampelsteuerungen
und Fahrspuren die Verkehrsströme auf und von der Luruper
Hauptstraße zu lenken.
Nachtrag vom 21.06.2011:
Das Bezirksamt hat im Verkehrsausschuss am 20. Juni 2011 eine geringfügige Änderung vorgelegt und - viel wichtiger - den Zeitplan für den weiteren Baufortschritt präsentiert:
- Die Umprogrammierung des Knotens Farnhornweg/Ring 2 ist beauftragt, soll bis Mitte Juni abgeschlossen sein
- 23. KW: Start der Bauarbeiten durch den Bauhof am Farnhornweg
- bis Ende KW 25: Fertigstellung Haushaltsunterlagen und Ausschreibung
- 22.07.2011: Vergabe der Leistungen nach Ausschreibung
- 01.08.2011: Baubeginn am Lüttkamp
- Mitte September: Fertigstellung der Maßnahmen
[aktuelle Mitteilungsdrucksache (19/294)]